VPN-Tunnel mit pptpd

Wenn man in öffentlichen, nicht verschlüsselten Netzwerken unterwegs ist ist es immer eine gute Idee, den gesamten Internetverkehr zu verschlüsseln. Und wenn man schonmal einen Rootserver hat…

Also habe ich mich entschieden pptpd aufzusetzen, weil es nicht nur von Windows nativ unterstützt wird sondern auch von fast allen modernen Mobilgeräten und auch von Linux. Die Konfiguration ist eigentlich sehr simpel, der „Trick-Teil“ kommt am Ende. Für den muss ich mich bei „Lord Gurke“ aus dem Serversupportforum bedanken.

Also, los gehts:

apt-get install pptpd

Das war schon alles, was man installieren muss. Nun folgt die Config. Zunächst kommt /etc/pptpd.conf dran. Hier werden u.a. die IP-Adressen für das neue Netzwerk bestimmt.

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option /etc/ppp/pptpd-options
logwtmp
localip 192.168.1.1
remoteip 192.168.1.200-253

Das heißt im Klartext, dass mein Rootserver die IP 192.168.1.1 erhält und alle Clients automatisch Adressen von 200 bis 253 zugewiesen bekommen. Sehr komfortabel 🙂

Als nächstes wird /etc/ppp/pptpd-options editiert:

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name pptpd
refuse-pap
refuse-chap
refuse-mschap
require-mschap-v2
require-mppe-128
ms-dns 192.168.1.1
proxyarp
nodefaultroute
mtu 1490
mru 1490
noipx
lock
nobsdcomp

Neben einigen für das System wichtigen Einstellungen wird hier eingestellt, dass der Rootserver seine Adresse als DNS-Server an die Clients pusht und dass nur das (noch) als sicher geltende MS-CHAPv2 als Authentifizierungsverfahren zum Einsatz kommt.

Die Benutzerdaten liegen bei pptpd leider unverschlüsselt im Keyfile, insofern sollte man vorsichtshalber einen zufälligen Schlüssel nehmen, den man sonst nirgends verwendet. Das Keyfile ist /etc/ppp/chap-secrets und wie folgt aufgebaut:

Username<TAB>*<TAB>Passwort<TAB>*
Das letzte Sternchen kann man dabei auch durch eine IP-Adresse oder einen IP-Adressbereich ersetzen, dann kann man nur aus diesem Netz bzw. von dieser IP auf den Server zugreifen.

Soa, jetzt zum „Trick-Teil“ 😉
PPTPD leitet in der bis jetzt geschaffenen Umgebung keine Internetanfragen weiter. Dazu muss über iproute erst noch eine Route eingerichtet werden:

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iptables -A FORWARD -m state --state ESTABLISHED,RELATED,NEW -j ACCEPT
iptables -t nat -A POSTROUTING -o eth0 -j MASQUERADE
iptables -P OUTPUT ACCEPT

Das packt man am besten direkt in ein rc-Script damit es beim Serverneustart geladen wird.
Als letztes dann noch die /etc/sysctl.conf bearbeitet werden und die Zeile

net.ipv4.ip_forward = 1

von ihrer Kommentar-Raute befreit werden. Und fertig.

  1. Danke für den Post, der hat mir echt weiter geholfen 🙂

    MfG
    Kromonos

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